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Fachkräftemangel? Es mangelt an professionellen Stelleninseraten!

von Hans-Peter Förster / Experte für Unternehmenssprache


3 einfache Lösungen, um 3 typische Mängel abzustellen

Die professionelle Suche nach qualifizierten Fachkräften zählt zu den Top-Disziplinen der Arbeitgeber. Dennoch sind viele Online- und Print-Stelleninserate beliebig austauschbar und damit langweilig. Die Süddeutsche Zeitung berichtete über "abschreckende" und Internet World Business über "peinliche" Auftritte.

Personalsuche ist Chefsache, denn die Bewerber-Generation 2.0 hält selbstbewusst nach attraktiven Unternehmen Ausschau. Bevorzugt wird der Arbeitgeber, der am flexibelsten auf persönliche Bedürfnisse eingeht. Exzellente Bewerber setzen erstklassige Firmenauftritte voraus - ob in Printmedien oder auf Online-Plattformen.

Im stark umworbenen Arbeitsmarkt zählt der erste Eindruck einer Annonce. "Der Wurm muss dem Fisch schmecken – nicht dem Angler", erklärt der Volksmund. In der Werbung zeichnen sich erfolgreiche Anzeigen durch hohen Rücklauf aus. Vom Volltreffer beim Stelleninserat ist dann die Rede, wenn das Jobprofil mit den Zielen des Suchenden in hohem Masse übereinstimmt. Auf präzise Wortwahl kommt es an.

Wie steht es um das Sprachklima in Stelleninseraten? Eine aktuelle Analyse, die in der ZfU International Business School am Lehrstuhl für Corporate Wording® durchgeführt wurde, liefert die Antwort. Untersucht wurden je 100 Annoncen – zufällig aus verschiedenen Branchen und Hierarchien ausgewählt aus den beiden Online-Plattformen www.monster.ch und www.fazjob.net.

In acht von zehn Inseraten werden Kenntnisse und Erfahrung gefordert. Synonyme wie Scharfsinn oder Praxisnähe treten nirgendwo auf. Etwa jedes zehnte Wort der Jobprofile entpuppt sich entweder als Floskel, Füllsel, Anglizismus oder gar als Wortungetüm mit 25 und mehr Buchstaben. Das deckte die Analyse per Floskelscanner auf - eine Software für Texter aus dem Verlag F.A.Z.-Buch. Dieses Tool brachte es per Nominalstil-Analyse an das Tageslicht: Manch erfrischendes Layout erhält durch häufig gebrauchte substantivierte Verben wie Verfügung, Erstellung oder Tätigkeit einen mausgrauen Anstrich.

Allgemein austauschbare Verben wie arbeiten und unterstützen kommen in jedem dritten Inserat vor. Menschen, die aus ihrem Erfahrungsschatz schöpfen oder KollegInnen mitziehen sucht vermutlich niemand.

Mit Hilfe des Wording-Analyzers wurde nach der Methode der 4-Farben-Sprache die typologische Funktion der Wörter codiert und deren Anteile ausgewertet:
Blau = rationale Information (Zahlen, Daten, Fakten)
Grün = konservative Garantie (Nachweis, Tradition, Ordnung)
Gelb = intuitives Erlebnis (Vision, Idee, Begeisterung)
Rot = emotionaler Kontakt (Sympathie, Herz, Gefühl)

Das Ergebnis: Das rationale Sprachklima überwiegt bei weitem. Lediglich sechs von einhundert Wörtern sind mit emotionalen Inhalten belegt. Vokabeln mit Erlebnisfunktion, welche Ziele, Ideen und Arbeitslust vermitteln, bilden mit 5% Anteil das Schlusslicht.

Einer Nadel im Heuhaufen gleichen in den Persönlichkeitsprofilen folgende Eigenschaftswörter, welche in den 200 Inseraten ein einziges Mal vorgekommen sind: behutsam, beliebt, erfreulich, harmonisch, herzlich, hilfsbereit, kulturell, partnerschaftlich, prima, proaktiv, rege, reizvoll, sympathisch, spannend, zukunftsorientiert und verwöhnt. Das sollte Personalmanager nachdenklich stimmen und Texter anspornen, den Wortschatz intensiver auszuschöpfen.

Die Verben beleben, differenzieren, mitreissen, verwirklichen sowie die Substantive Aufgeschlossenheit, Einblicke, Fingerspitzengefühl, Freiheit, Inspiration, Lebensqualität, Leidenschaften, Nerven, Perspektive und Vision sind ebenfalls einmalig.

Weitere Details dieser Studie kann man auf folgender Website abrufen:
http://www.software.wording.de

Das Fazit: Die Inhalte gleichen sich, weil die Inserate überwiegend drei Dinge gemeinsam haben: Sie sind wortarm, passiv und emotionslos.

Daraus lassen sich drei Empfehlungen ableiten:
1. Wortvielfalt nutzen.
2. Verben forcieren.
3. Emotionales betonen.

Wie leicht das Bewerber-Echo durch gezielten Einsatz treffender Worte beeinflusst werden kann, zeigt dieses Beispiel: Ein Energietechnik-Konzern schrieb die Stelle eines "Strategischen Einkäufers" aus. Der Rücklauf war spärlich. Darauf hin wurde das Inserat neu getextet. Mit der Überschrift "Mister 1000 Volt" wurde jemand mit Power gesucht. Einer, der ständig unter Wechselstrom steht und dessen Funken auf das Team überspringen. Eine qualitativ hochwertige Resonanz war innerhalb weniger Tage zu verzeichnen, darunter zwei Spitzenkandidaten, von denen einer sofort eingestellt wurde.

Consult & Pepper - ein Team von acht Beratern aus Baden und Winterthur - unterstützt Firmen beim schnellen, sicheren und dauerhaften Besetzen von Schlüsselpositionen. Primär sind es Ingenieure, Wirtschaftsinformatiker und Betriebswirte, die von C & P Mandanten gesucht werden. In besonderen Fällen per Inserat. Der Anzeigentext wird nach typologischen Kriterien erstellt. Das funktioniert so: Die Typologie der Wörter und Persönlichkeitsprofile werden über einen Farbcode synchronisiert. Das System ist kompatibel mit gängigen Tests wie DISG, HDI, Insights MDI, MBTI oder mit Modellen aus der Marktforschung wie Sinus-Milieus, Limbic Maps oder Semiometrie.

Für "blaue Rationalisten" wird auf Daten, Zahlen und Fakten abgezielt: Karriereweg, finanzielle Extras wie Spesen oder Firmenfahrzeug sind passende Anker. Aktiv formulierte Wunschprofile wie belastbar, sich durchsetzen, entscheidungsstark oder „am Ergebnis orientiert“ sprechen diesen Typus geradlinig an.

Möchte man die "roten Emotionalen" rekrutieren, muss das Inserat die Freude auf künftige Mitarbeit wecken, auch Worklife-Balance oder Angebote wie Kinderhort kommen dann betont zur Sprache. Profil-Eigenschaften wie Empathie, geschickt im Umgang mit Menschen, in einer Equipe etwas gemeinsam erreichen oder die Nähe zum Kunden - das sind Worte, die diesen Typus erreichen.

Die "gelben Impulsiven" lassen sich gern von Ideen inspirieren, und sich zum Beispiel mit flexiblen Arbeitszeiten und Ferienmodellen, Incentives oder ungewöhnliche Herausforderungen und Abenteuern locken. Profil-Beschreibungen wie Initiative ergreifen oder an der Ideenmaschine kurbeln, sind für diese Zielgruppe richtig platziert.

Die "grünen Konservativen" blicken auf bewährte Marken, wünschen längerfristige Karriereplanung, Dienstwohnung, Rechtsdienst, schätzen Personaleinkauf und Pensionierungsmodelle. Im traditionell bürgerlichen Profil können Worte wie Wertschätzung, Pflicht oder Tugenden wie pünktlich und zuverlässig enthalten sein.

Da es die vier Typen in ihrer Reinform nicht gibt, erhalten die Inserattexte einen "Farbenmix" mit verschiedener Gewichtung - je nach Zielgruppe. Bewährt hat sich die Reihenfolge Grün, Gelb, Blau, Rot. Eine weitere Herausforderung sind die Firmenportraits. Diese müssen konform zum Leitbild und den Werten sein. Dazu bedarf es zuverlässiger Prüftools wie den Wording-Analyzer. Die Investition in treffende Worte lohnt sich, denn Fehlauswahl kommt teuer zu stehen. Man geht von direkten Kosten in der Höhe von ein bis zwei Jahressalären aus.

Hans-Peter Förster

 

Kurzbiografie des Autors

Hans-Peter Förster ist Experte für Unternehmenssprache, Inhaber des Lehrstuhls für Corporate Wording® an der ZfU International Business School. Der F.A.Z. Bestseller-Autor "Texten wie ein Profi" (9. Auflage) ist Urheber der Methode der 4-Farben-Sprache und des Konzepts Corporate Wording.
www.hans-peter-foerster.de

Infos über die Software-Analyse-Tools:
http://www.software.wording.de
http://www.floskelscanner.de




 

 

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